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13. Ehemalige Zehntscheune

  • Im „ Zins- und Gültbuch über die Seinsheimischen Gefälle zu Weigenheim“ ist vermerkt: „Herr Hans von Schwarzenberg hat 1 gert aus dem viertel hueb von einer Hofrait genommen darauf er zum theil die Zehendscheuer gesetzt, hat dafür in die hueb wiederumb geben 1 morgen Felds am hellbäumle und ein morgen im blechle“.

In einem Tausch-Rezess (Original) d.d. Würzburg 13. Juli 1646  (Pap., mit aufgedrückten Siegeln und Unterschriften) zwischen dem Grafen Johann Adolph von Schwarzenberg durch seinen Oberamtmann Johann von Herding und Rat Dr. Sengel einerseits, dann dem Domkapitel zu Würzburg andererseits, kraft dessen der Graf die in den domkapitelischen Dorfschaften Willanzheim und Tiefenstockheim gehörig gewesenen Untertanen samt aller darauf habenden Gerechtsame an Zinsen, Vogtei, Steuer und Schatzung neben dem der Frühmesse zu Seinsheim angehörigen Lehenmann zu Willanzheim, dann den schwarzenbergischen großen Zehnt zu Weigenheim in der Herrschaft Hohenlandsberg samt der zugehörigen Zehntscheune und 1 1/2 Fuder Gültweins zu Sommerach dem Domkapitel abtritt, hingegen von dem Domkapitel all dessen Untertanen in und neben dem Bezirk der Herrschaft Hohenlandsberg samt allen darauf hergebrachten Rechten (außer Markt Einersheim, Possenheim und Gnötzheim, dann außer des Fronhofs und der jährlichen Gült zu Markt Seinsheim) tauschweise abgetreten bekommt, jedoch zugleich das Domkapitel im Namen des Grafen dem Julierspital zu Würzburg 6.000 fl. Kapital samt 2.700 fl. Zinsen bezahlen und abstatten soll. Zwischen 1654 und 1666 gab es dann Präliminar- Verhandlungen zwischen Schwarzenberg und der Würzburger Dompropstei über die Auslösung und den Rückkauf des 1646 durch Wechsel veräußerten großen Weigenheimer Getreidezehnten. Vom 10. Oktober 1668 datiert schließlich ein Dekret über die Einigung, womit der Dompropst samt dem Domkapitel zu Würzburg den Schultheißen, Bürgermeister, Gericht und der ganzen Gemeinde zu Weigenheim den Verkauf des großen Zehnten mit der Scheuer an den Grafen

Johann Adolph zu Schwarzenberg kundgab und Letzteren in diese ihm verkauften Objekte und Rechte einwies.

 

 

 

  • Die herrschaftlichen „Zehntknechte“ mussten damals jeweils die zehnte Getreidegarbe auf den Feldern aufladen und diese in der Zehntscheune lagern, wo im Spätherbst und Winter mit Dreschflegeln gedroschen wurde.
  •  Durch  die Umwandlung der Naturalabgaben in geldliche Steuern und die Anlage von Katastern 1809 durch die königlich bayerische Regierung, wurden die Zehntscheunen nicht mehr gebraucht und verkauft.
  • Laut Vertrag vom 12. Juli 1851, beurkundet vom königlichen Landgericht Uffenheim, hat die fürstliche Standesherrschaft ihre Zehntscheuer mit Hofraum und Gärtchen (Plan-Nr. 58 per 25 Dezimalen) zu Weigenheim den dortigen Bauern Johann Georg Schmidt, Johann Georg Schneider und Johann Georg Schamann um die von Letzteren zuvor bar erlegte Kaufschillingssumme von 1150 fl. ins Eigentum überlassen .  (StAN, Herrschaft Schwarzenberg, Urkunden 3174)
  • Der über 30 Meter lange Scheunenbau wurde weiter zum Lagern von Getreide und Stroh bis in die 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts genützt. Es gab im Innern keine Mauern und der Boden war nur eingestreut. Lange Zeit wurden die jeweiligen Drittel unter den Besitzern jährlich durchgetauscht. Der Grund dafür war, dass sich nur im mittleren Teil eine Stiege mit 3 Leitern und  2 Plattformen befand, auf der das Getreide nach oben getragen werden konnte, wo es hinter einer verschließbaren Tür gelagert wurde. Auf diese Weise kam jeder Besitzer regelmäßig in den Genuss des verschließbaren Raumes. Später dann wurde die Scheune als Maschinenhalle genützt. Im Laufe der Zeit verfiel insbesondere das Dach immer mehr und eine Restaurierung wäre sehr unwirtschaftlich gewesen.
  • In der Gemeinderatssitzung am 3.7. 2013 wurden die Anträge auf Abriss bzw. Teilrenovierung genehmigt, da das Gebäude nicht unter Denkmalschutz stand. Das Dach, das besonders vom Verfall bedroht war, wurde abgenommen und die Familien Ittner (linkes Drittel) und Schweizer (mittleres Drittel) ließen ihre Teile abreißen, bzw. erledigten diese Arbeiten selbst. Das rechte Drittel wurde von der Besitzerin, Evi Franke, teilabgebrochen, restauriert und mit einem neuen Dachstuhl versehen.

An die über 500 Jahre lang ortsbildprägende Zehntscheune erinnert noch der Straßenname „Zehntgasse".

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