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9. Ehemalige Niederlassung des Klosters Heilsbronn

Der ehemalige Mönchshof

 

In Weigenheim gibt es eine Mönchstraße, aber kein Kloster. Die Namensgebung basiert auf der historischen Tatsache, dass die Heilsbronner Mönche ehemals eine Niederlassung hier hatten; diese befand  sich im Hof mit der ehemaligen Hausnummer 44, heute Hauptstraße 28.

 

1261    In den Archivunterlagen des Klosters Heilsbronn wurde Weigenheim erstmals am 5. Januar  erwähnt, als die Schenkung eines Weinberges an das Kloster dokumentiert wird.  (Bay HStA, München, Brandenburg-Ansbach, U 106)

Ritter Heinrich von Hohenlohe und dessen Frau Herradis übereigneten mit Zustimmung des Albert von Hohenlohe der Kirche der heiligen Jungfrau in Heilsbronn (dem Kloster Heilsbronn) 14 Morgen Weingärten zu „Wigenheim“ und auch den Platz, um die Kelter zu errichten mit der Badstube (quatuordecim iugera vinearum in Wigenheim sita nec non item aream ad torcular construendam cum stupa balnea ).

1303    Am 26.Februar verkaufen  Albrecht von Hohenlohe und seine Frau Adelheid dem Kloster Heilsbronn (dem Abt und Konvent des Klosters Heilsbronn) für 450 Pfund Heller und 10 Schilling ihre Güter in Weigenheim, nämlich 11 Huben und 2 Lehen mit allem Zubehör, und mit dem Recht,  einen eigenen Schultheißen als den Vertreter der Interessen der Klosteruntertanen und des Klosters einsetzen zu dürfen). (BayHStA, Brandenburg-Ansbach, U 259)

1304

Am 26.Februar  verkaufen Albrecht von Hohenlohe und seine Gattin dem Abt und Konvent in Heilsbronn ihre restlichen Güter in „Wigenheim“, die in der früheren Verkaufsurkunde ausgenommen waren.

 

 

Die Mönche besitzen also einen großen Teil der Ländereien und des Hofbestandes, weshalb Weigenheim für das Kloster wichtig war. Zum einen weil hier Wein produziert und gelagert und abtransportiert werden musste, zum anderen war es eine günstig gelegene Raststätte auf dem Weg von Würzburg nach Heilsbron. Die Ansiedelung des Klosters in und um Würzburg - bereits 1189 erwarb das Kloster einen Hof in Randersacker, der „Vellethorum“genannt wurde -  hatte einen steten Verkehr zwischen Heilsbronn und der Maingegend zur Folge. Personen, Wein, Faßdauben,  Weinpfähle etc. wurden beständig hin und her transportiert. Ein beladener Wagen brauchte drei Tage für den Weg. Von Würzburg her kommend fanden die Mönche ihr erstes kostenfreies Nachtquartier in Weigenheim, ihr zweites in den heilsbronnischen Besitzungen in Neuhof/Zenn, am dritten Tag bewältigten  sie schließlich den Rest der 95 km langen Strecke zum Kloster Heilsbronn; Der als Haltstelle und Nachtlager dienende Heilsbronner Hof in Weigenheim wurde vom Kloster in eigener Regie bewirtschaftet. Der den Hof verwaltende Mönch führte den Namen „Magister oder Provisor Weigenheim.“ In seinem Status fanden sich durchschnittlich 4 Pferde, 9 Kühe und 20 Schweine. Die zum Hof gehörige Scheune wurde 1341 fast neu gebaut. Von den Anwesen im Dorfe waren sieben heilsbronnisch, zwei markgräflich; die übrigen gehörten dem Domstift Würzburg, den Herren von Hutten, den Herren von Seinsheim und den Freiherren von Schwarzenberg und Hohenlandsberg. Letztere waren Pfarrpatrone.

Der erwähnte Klosterhof wurde 1500 vererbt an Gabriel Heß von Weigenheim. Abt und Konvent verpflichteten ihn zu folgenden Leistungen: „Jährlich 20 Malter Korn, 10  Malter Haber und dieselben zwei Meilen weit von Weigenheim aus zu führen, wohin wir es verlangen. Wir bedingen uns in dem Hof aus unser Wohnhaus, die Stallung mit der Stube vor dem Thor hinum bis zu dem Ort, da die Kelter gestanden, von uns und den Unsern, wenn wir da sind, zu brauchen, wobei er uns Brennholz, Stroh und Heu zu geben hat; ebenso unsern Dienern.“

Der Niedergang des Klosters begann nach der Reformation. Die Mönche wurden protestantisch und standen somit nicht mehr unter dem Schutz des Kaisers und des Papstes.

Als 1525 der Bauernkrieg ausbrach, musste das Kloster Schutz beim Markgrafen von Ansbach suchen. Dieser gewährte militärische Hilfe bei einer Bedrohung, aber er begann auch seine Hand nach den immensen Gütern und Reichtümern des Klosters auszustrecken.

Nach dem Ableben eines Abtes, wurde nicht wie früher, von den Mönchen ein neuer Abt gewählt, sondern der Markgraf bestimmte den Abt. So wurde weiter verfahren, bis 1578 das Kloster aufgelöst wurde, und der gesamte Besitz dem Markgrafen von Ansbach zufiel. Die Weigenheimer dem Kloster vogtbaren und abgabepflichtigen Bauern gehörten nun ins markgräflich-bayreuthische Amt Hoheneck. Es gab keinen „Heilsbronner“ Schultheißen mehr, der als Vertreter der Interessen der Klosteruntertanen und des Klosters fungierte.

 

 

1672    Am 17.Oktober, werden  die markgräflich – onolzbachischen (ehemals heilsbronnischen Klosteruntertanen)  laut Regierungs-Lehensurkunde Nr.58, (Repertorium Nr.272 Staatsarchiv Nürnberg) der Herrschaft Schwarzenberg übergeben.

1759    Am 24.4. heiraten der spätere schwarzenbergische Bauer und Gerichtsverwandte, Nr. 44 Albrecht Ludwig Schmidt aus Wallmersbach, *15.2. 1733, + 20.5.1817 und Katharina Barbara Sämann.

1804    Am 1. 5. 1804 heiratet Georg Friedrich Schmidt, Bauer Nr. 44 ( * 31.3.1766) und wird

im Urkataster von 1809 genannt  als:  „Bauer und Siebner, hat einen halben Münchshof (= Mönchshof) ins ehemalige Kloster Heilsbronn gehörig.

 

 Bis heute befindet sich der Hof   im Privatbesitz der Familie Schmidt.

Mönchshof