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12. Historisches Haus

 

  • Das Haus - Zehntgasse 3, früher Hausnummer 19 -  wurde 1728 erbaut. Dabei wurde das Fachwerk aus alten Holzbalken konstruiert, die nach dem  Abbruch eines deutlich älteren Hauses wieder verwendet wurden. Aus diesem Grund ergab sich die kreative Gestaltung der Fachwerkkonstruktion.

historisches Haus

 

Besonders auffällig ist auch  das Frackdach, das ein besonderes Kennzeichen des kleinbäuerlichen Haustyps ist. Das älteste, heute bekannte Haus mit Frackdach wurde 1421 errichtet und steht nun im Freilandmuseum in Bad Windsheim. Beim Frackdach fehlt das Geschoss unter dem Dach auf der dem Norden zugewandten Hausrückseite.

  • Nach  Beschädigungen in den letzten Kriegstagen im April 1945 wurde das Haus (Bildmitte: Haus mit den langen weißen Dachstreifen) wieder hergerichtet.

Zehntgasse

  • Der damalige Besitzer Himmer kam ebenfalls in den letzten Kriegstagen ums Leben. Er wollte sich  bei einem Fliegerangriff in den großen Gewölbekeller im Anwesen der Familie Kellermann begeben, in dem bereits 30 Personen Unterschlupf gefunden hatten; wegen einer Fußverletzung konnte er sich jedoch nur lang bewegen, und kam dort im Hof zu Tode.

Zeitzeuge Fritz Gall berichtete: Am 10. April schoß die Artillerie nun mit Phosphorgranaten. Die Einschußrichtung war Kirche, Scheunen von Rieder, Sämann, Lindner, Stark, Gunz, Kellermann und Hillenbrand-Schmidt. Alle Scheunen brannten lichterloh. Nur die von Kellermann wurde nicht getroffen. Diese Einschußrichtung hielten die Amerikaner den ganzen Tag bei. Ich lief die Zehntgasse hinunter, um beim Löschen zu helfen, da sah ich Johann Himmer vor seinem Haus am Brunnen wie zu einer Salzsäule erstarrt stehen. Ich rief ihm zu: "Hilf halt auch. Siehst doch, daß alles brennt!". Aber ich erhielt keine Antwort. Ich dachte dabei an die Frau von Lot. Kurze Zeit danach war er tot. Er lief in den Hof von Kellermann, um im Keller Sicherheit zu suchen, als ihn eine Granate erwischte.

  • Helga Stellwag verkaufte das Haus an ein Paar aus Braunschweig, das 6- 7 Jahre lang eine Töpferei darin betrieb. Sie wurden hier aber nicht richtig heimisch und zogen wieder weg.

 

  • Peter und Heike Pretzer kauften das Haus und renovierten es 2001  von Grund auf in viel Eigenleistung. Sie wurden dafür mit einer Urkunde „zu besonderer denkmalpflegerischer Leistung" ausgezeichnet

Nach der Renovierung

Haus nach der Renovierung